Aussaat auf der Fensterbank
meine Freizeit

So gelingt der Start in die Gartensaison auf dem Fensterbrett

Praxistipps für die Aussaat zu Haus

von Fiona Amann (Kommentare: 0) , Foto: ©Galinka - stock.adobe.com

Gartenverrückte wie ich fiebern schon seit Wochen der neuen Gartensaison entgegen. Nichts hilft nämlich besser gegen Wintergrau als Sämlinge, die wie aus dem Ei gepellt aus der Erde kommen und den baldigen Frühling verkünden. Doch Vorsicht: Wer meint, je früher die Aussaat, desto schneller der Erfolg, wird schwer enttäuscht.

Gut Ding will nämlich Weile haben – oder besser gesagt: Nur wer zur rechten Zeit das Richtige sät, bekommt auch gesunde, kräftige Jungpflanzen. Damit das Gartenjahr tatsächlich blütenreich und voller gesunder Ernten wird, verrate ich Dir heute bewährte Tipps zur Aussaat.

Schmiede einen realistischen Gartenplan

Was soll dieses Jahr in Deinem Garten wachsen? Welche Gemüsesorten magst Du am liebsten und hast Du dafür auch ausreichend Platz im Beet oder im Topfgarten? Welche Sommerblumen, Stauden oder Balkonpflanzen dürfen nicht fehlen. Und welche davon möchtest Du tatsächlich selbst säen. Nicht jede Pflanze, die gefällt, lässt sich schnell und einfach vorziehen, schon gar nicht, wenn Dir für die Pflanzenkinderstube nur ein Fensterbrett zur Verfügung steht. Deswegen also: Planen, selektieren und erst danach besorgst Du frisches Saatgut bei einem seriösen, guten Saatguthändler.

Beachte die Termine und Temperaturangaben eines Aussaatkalenders

Es gibt einen Grund, warum Gärtner sich nach einem Aussaatkalender richten und das solltest Du auch. Entscheidend für den richtigen Zeitpunkt fürs Säen sind Lichtintensität, Lichtdauer und Wärme. Im Januar und Februar sind die Tage für die allermeisten Pflanzen noch viel zu kurz. Sie keimen zwar, aber die Sämlinge recken sich anschließend so lange zum Licht, bis sie am Ende doch umfallen. Sämlinge brauchen eine bestimmte Temperatur zum Keimen – und für die Zeit danach. Es hilft ihnen nicht beim Wachsen, wenn sie zu warm stehen.

Wann bestimmtes Gemüse oder Blumen gesät werden und ihre dabei bevorzugten Temperaturen stehen immer auch auf der Rückseite der Samentüte. Richte Dich danach und alles wird gut.

Beispielhafte Aussaatzeiten für die Vorkultur in Schalen und Töpfen

  • Ab Januar: Saatzwiebeln, Spinat, Feldsalat, Erdbeeren, Schwarzäugige Susanne
  • Ab Februar: Chili, Paprika, Blumenkohl, Sellerie, Glockenrebe, Mittagsgold, Purpurglöckchen, Fleißiges Lieschen
  • Ab Anfang / Mitte März: Tomaten, Salat, Brokkoli, Melonen, die meisten Sommerblumen wie Astern, Dahlien, Löwenmäulchen, Sonnenhut, Lein, u. s. w.
  • Ab Mitte April: Gurken und Zucchini im Haus. Doch viele Gemüsesorten und einjährige Sommerblumen werden bereits jetzt direkt an Ort und Stelle ins Beet gesät.
  • Ab Mitte Mai werden sehr frostempfindliche Pflanzen wie Kartoffeln oder Bohnen direkt ins vorbereitete Beet oder in Pflanzkübel "gelegt".

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Spare bei der Anzucht an den richtigen Stelle

Gartenmärkte sind voller Angebote für Gartenfreunde, die möglichst alles perfekt haben wollen. Dabei lassen sich beispielsweise teure Anzuchtschalen auch durch Champignonschalen und andere Behälter aus Kunststoff ersetzten. Sie bringen sogar oft einen durchsichtigen Deckel mit. Oberstes Gebot: Alle Gefäße müssen richtig sauber sein.
Blumentöpfchen aus Torf ziehen sehr viel Wasser. Jungpflanzenpaletten aus Kunststoff halten die Feuchtigkeit besser und länger. Setze sie nach dem Pikieren am besten in flache Euro-Transportkisten oder Aufbewahrungskisten (s. u.).

Spare niemals an guter Erde!

Nur frische Aussaaterde ist wirklich keimfrei. Verwende zur Aussaat keine Aussaaterde vom letzten Jahr, wenn der Beutel da schon geöffnet war. Die Erde ist längst wieder kontaminiert mit Ungeziefer, Schädlingen, Schimmel oder Pilzsporen.
Gieße die Erde in den Aussaatschalen schon vor der Aussaat, damit sie gut feucht ist und die Feuchtigkeit nach der Aussaat auch länger hält. Säe dünn und gleichmäßig aus, drücke den Samen fest, damit Bodenkontakt entsteht. Schau noch einmal auf die Rückseite der Samentüte. Dunkelkeimer musst Du jetzt fein mit Erde bedecken, Lichtkeimer nicht. Beide werden jedoch jetzt noch einmal gegossen.

Decke Aussaatschalen mit Klarsichtfolie oder einer Glasscheibe ab bis das erste Grün erscheint. Danach entfernst du die Abdeckung, damit die Sämlinge genug Licht bekommen.

Verwende zum Gießen empfindlicher Sämlinge abgestandenes, zimmerwarmes Regenwasser in einer PET-Flasche, in dessen Deckel Du mit einer heißen Nadel einige feine Löcher gestochen hast.

Pinziere (entspitze) junge Pflanzen, insbesondere Sommerblumen, am besten mehrmals. Die Pflanze bekommt so Seitentriebe, bleibt kompakt und wächst buschig. Dazu schneidest Du die Triebspitze oberhalb eines richtigen Blattpaares ab.

Das hilfreiche Mini-Gewächshaus für den kleinen Geldbeutel

Viele Gartenfreunde träumen von einem eigenen Gewächshaus. Es ist ja auch ideal für die Anzucht von Pflanzen, erfordert jedoch den entsprechenden Platz, hat seinen Preis und will auch gepflegt sein. Dabei ist die Zeit, in der Sämlinge und Jungpflanzen einen frostfreien, warmen und möglichst hellen Platz benötigen, ziemlich kurz. Richtig eng wird es auf der Fensterbank ja erst zwischen April und Mitte Mai. Das sind nur sechs Wochen, die Du auch anders überbrücken kannst. Besorge Dir dazu ein paar durchsichtige, stapelbare Aufbewahrungsboxen mit Deckel. Setze deine getopften Jungpflanzen in die Kisten und sie genießen alle Vorteile, die ihnen auch ein Gewächshaus geben würde: Viel Licht, aber ohne pralle Sonne – vorausgesetzt Du trägst die mobilen Gewächshausboxen an schönen Tagen raus an einen geschützten Platz. Abends holst Du die Kisten wieder rein. An Schlechtwettertagen oder bei Frostgefahr bleiben die Boxen natürlich drinnen – möglichst nah am Fenster, versteht sich.
Betrachte das tägliche Hin- und Her nicht als Last, sondern als gutes Mittel, Dich im Alltag nach dem langen Winter wieder etwas mehr zu bewegen. Kurz bevor der Garten Dich wieder so richtig fordert, wird es schließlich Zeit, auch die Muskeln wieder an etwas mehr Arbeit zu gewöhnen.

Härte Jungpflanzen beizeiten ab

Jungpflanzen werden auf dem warmen Fensterbrett schnell verhätschelt. Die Folge ist, dass sie nach dem Umsetzen in den Garten oft lange kümmern und nicht so recht wachsen wollen. Wenn Du Jungpflanzen im Vorfrühling jedoch tagsüber so oft wie möglich raus stellst, den Deckel zum Lüften und Akklimatisieren erst spaltweise dann vollständig öffnest, gewöhnen sie sich an die raue Wirklichkeit. Sie wachen kompakter und bleiben gesund.
Wenn alles richtig läuft, blüht spätestens Ende Mai der Garten mit selbst gezogenen Blumen auf. Frisches Gemüse aus eigener Anzucht lässt auch nicht lange auf sich warten. Für mich ist das der schönste Lohn für meine Liebesmühe im Frühling. Und für Dich in Zukunft bestimmt auch.

Hast du schon Samen auf deiner Fensterbank ausgesät? Welche Pflanzen dürfen in deiner Gartensaison nicht fehlen? Ich freue mich auf deine Antwort!

Wenn du noch mehr über Gartenarbeit erfahren möchtest, könnte dich auch dieser Artikel von mir interessieren: Sommerblumen und frisches Gemüse – So macht selber säen glücklich & satt

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Fiona Amann

Kinder flügge und dann… endlich mehr Zeit für mich. Fiona Amann ist Texterin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihren Texten lüftet sie Geheimnisse aus ihrer gärtnerischen und fotografischen Schatzkiste und zeigt, wie bereichernd, gesund & spannend Leben mit Pflanzen ist.

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