Entzündung an der Schilddrüse
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Schilddrüse in Gefahr

Autoimmunerkrankungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Die kleine Drüse am Hals ist doppelt betroffen

von Monika Murphy-Witt (Kommentare: 0) , Foto: ©staras - stock.adobe.com

Winzig ist sie im Vergleich zu anderen Organen, die Schilddrüse, ein kleiner Schmetterling. So sieht die „Glandula thyroidea“ oder kurz „Thyreoidea“, wie die Mediziner sagen, aus. Doch das nur walnussgroße Leichtgewicht von etwa 25 Gramm, das vorn in unserem Hals unter dem Kehlkopf sitzt, ist einer der wichtigsten Akteure in unserem Organismus.

Denn die Hormone, die dort produziert werden, sind an fast allen Körperfunktionen beteiligt. Ob Herz und Kreislauf, Knochenwachstum, Nervensystem oder Zellstoffwechsel – T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die Botenstoffe der Schilddrüse, mischen überall mit und halten uns gesund und leistungsfähig. Läuft die Hormonfabrik aus dem Ruder, kann das deshalb schwerwiegende Folgen haben. Der häufigste Grund dafür ist ein „verwirrtes“ Immunsystem. Richten sich die Abwehrkräfte statt gegen Angreifer von außen irrtümlich gegen den eigenen Körper, sprechen die Ärzte von einer Autoimmunerkrankung. Die Schilddrüse kann gleich von zwei dieser Leiden betroffen sein: der Hashimoto-Thyreoiditis und der Basedow’schen Erkrankung (Morbus Basedow).

Entzündung zerstört die Schilddrüse

Bei „Hashimoto“ attackieren Antikörper des eigenen Immunsystems das Schmetterlingsorgans und zerstören es allmählich. Die Schilddrüse ist chronisch entzündet, ihre Hormonproduktion sinkt. Die Folgen dieser Unterfunktion: Müdigkeit, Energiemangel, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Frösteln und Gewichtszunahme. Rund zehn Prozent aller Bundesbürger leiden unter einer solchen „Hypothyreose“, und in 90 Prozent aller Fälle ist daran Hashimoto schuld. Das ist um so schlimmer, weil diejenigen gleichzeitig auch ein erhöhtes Risiko für andere Autoimmunkrankheiten wie beispielsweise Diabetes Typ 1 haben. Besteht der Verdacht darauf, sollte der Arzt deshalb nicht nur den Spiegel der Schilddrüsenhormone T3 und T4, sondern auch die Antikörper im Blut bestimmen. So kann schnell gezielt behandelt werden. Durch eine lebenslange individuell angepasste Einnahme der Hormone lässt sich dann verhindern, dass die Schilddrüse weiter zerstört wird.

Immunsystem pusht Überfunktion

Eine solche Zerstörung gibt es bei der Basedow’schen Erkrankung nicht. Hier gaukelt das Immunsystem der Schilddrüse durch bestimmte Antikörper vor, dass ein Mangel an ihren Hormonen bestehe und sie fleißiger arbeiten müsse. So kommt es zu einer Überfunktion (Hyperthyreose), häufig vergrößert sich die Schilddrüse. Betroffene leiden unter Nervosität, Unruhe, Herzrasen, Schlafstörungen, Muskelschwäche, Schweißausbrüchen, Heißhungerattacken und Gewichtsabnahme, ihre Augen können hervortreten. Die Behandlung übernehmen am besten Hormonspezialisten. Medikamente, die die Aktivität der Schilddrüse drosseln, können helfen. Notfalls schalten die Ärzte die überaktiven Zellen aus, indem sie radioaktives Jod geben (Radiojodtherapie). Dann kann es anschließend allerdings zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen.

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Gesunder Lebensstil beugt vor

Viel wichtiger ist es deshalb, dafür zu sorgen, dass solche Autoimmunkrankheiten gar nicht erst zum Ausbruch kommen. Fakt ist, dass ihnen eine genetische Veranlagung zugrunde liegt. Doch die Wissenschaft geht heute davon aus, dass solche Erbanlagen erst durch äußere Faktoren „angestoßen“ werden. Und dabei spielt unser Lebensstil eine wichtige Rolle. Neben dem Abbau von Stress und Umweltbelastungen ist vor allem die Ernährung von großer Bedeutung. Denn sowohl unser Immunsystem als auch die Schilddrüse brauchen, um reibungslos arbeiten zu können, bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente – und daran mangelt es leider häufig.
Neben Eisen und Zink ist für die Thyreoidea vor allem das Spurenelement Jod wichtig. 200 Mikrogramm pro Tag sind nötig, ab dem 50. Lebensjahr reichen 180 Mikrogramm. Jodiertes Speisesalz – auch in Backwaren und Lebensmitteln –, Seefisch, Eier und Mozzarella sind gute Quellen. Aber Vorsicht: Sowohl bei Hashimoto als auch bei Morbus Basedow kann zu viel Jod die Entstehung und das Fortschreiten der Krankheit begünstigen. Deshalb gilt: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.
Unproblematischer ist da ein anderes Spurenelement, das Selen. Mindestens 70 Mikrogramm täglich brauchen wir davon. Para- und Kokosnüsse, Steinpilze und Lammfleisch sind gute Lieferanten. Höhere Gaben können Autoimmunkrankheiten sogar etwas in Schach halten. Auch Vitamin D kann ein überaktives Immunsystem beruhigen und gleichzeitig das Risiko für Erkrankungen der Schilddrüse reduzieren. Gerade ältere Menschen, deren Haut selbst im Sommer nicht mehr so viel von diesem „Sonnenhormon“ synthetisieren kann, sollten auf eine ausreichende Zufuhr achten. Wer sich dann noch ballaststoffreich und mit vielen probiotischen Nahrungsmitteln wie Joghurt und Kefir ernährt, sorgt außerdem für eine gesunde Darmflora. Und die kann ebenfalls – wie Forscher festgestellt haben – sowohl Funktionsstörungen der Schilddrüse als auch Autoimmunerkrankungen entgegenwirken.

Weitere Infos findest du auf der Homepage von der SchilddrüsenLiga Deutschland e. V. oder dem Forum Schilddrüse e. V.

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