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Warum Tanzen so gesund ist

Rumba, Tango & Co.

von Helmut Achatz (Kommentare: 0) , Foto: Pexels

Tanzen hält uns jung – wo sonst sind Konzentration, Koordination, Bewegung und Spaß so miteinander verquickt? Wissenschaftler fanden heraus, dass Tanzen wie Medizin wirkt und Krankheiten vorbeugen kann. Tanzen ist eine Möglichkeit für Jung und Alt, Stress effektiv abzubauen und das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Ganz abgesehen davon, wo sonst ist es so leicht, mit anderen in Kontakt zu kommen?

Tanzen geht immer und überall

Jeder darf beim Tanzen nach seiner Fasson und nach seinen Möglichkeiten glücklich werden. Wem der Tango zu zackig ist, für den gibt es ja den Langsamen Walzer oder die Rumba, wer’s peppiger will, ist beim Samba oder gar dem Forró besser aufgehoben, Swing Dance und Lindy Hop werden lässige Typen lieben; Discofox geht fast immer und überall, weil er sich frei improvisieren lässt und Elemente aus Boogie-Woogie eingebaut werden können – also bestens geeignet für die Disco. Und wenn du mal kein „Tanzsportgerät“ (O-Ton vieler Tanzlehrer) dabeihast, kannst du auch allein nach Lust und Laune tanzen. Gelegenheiten gibt es genug. Nur Mut!

Tanzen fördert die Konzentration

„Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag“, soll der britische Komiker und Regisseur Charlie Chaplin einmal gesagt haben. Sein Spruch ließe sich aufs Tanzen ummünzen. Jeden Tag ein kleines Tänzchen einlegen, baut Krankheiten vor – oder anders ausgedrückt: Tanzen ist gut für die Gesundheit. Am schönsten ist es natürlich, zusammen mit dem Partner übers Parkett zu schweben oder in der Disco abzurocken. Tanzen ist gut für die Konzentration und Kondition – und macht dazu noch Spaß. Ob die eine oder andere Figur funktioniert, spielt eine untergeordnete Rolle. Der Spaß ist die Hauptsache.

Tanzen hilft beim Muskelaufbau

Was genau ist am Tanzen so gesund? Vor allem ist Tanzen gut für den Muskelaufbau – und das gilt sowohl für die Bein- und die Rückenmuskulatur. Darüber hinaus trainiert Tanzen auch das Bindegewebe. Dass Tanzen gut für das Herz ist und Knochenschwund vorbeugt, ist eine Binsenweisheit. Wer ein Lied einmal bis zum letzten Takt durchgetanzt hat, weiß, dass Tanzen Sport ist, auch wenn es so locker und leicht aussieht. Aber keine Angst, jeder kann sich das nach eigenem Vermögen und Fähigkeiten selbst einteilen. Tanzen trainiert Körper und Geist, anders als andere Sportarten. Wer mit einem Partner tanzt, muss die Bewegungen mit ihm oder ihr harmonisieren, er muss sich die Schrittfolge merken, den Raum einschätzen, um nicht mit anderen Paaren zu kollidieren. Insofern findet es der Neurowissenschaftler Dong-Seon Chang vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen schade, dass nur eine Minderheit hierzulande regelmäßig tanzt.

Tanzen senkt Parkinson- und Demenz-Risiko

Gesundheit und Tanzen sind für die beiden Neuro-Wissenschaftler und Hobby-Tänzer „zwei Seiten derselben Medaille“. Tanzen lindere sogar nachweislich die Symptome von Parkinson und Depression, schule den Gleichgewichtssinn und die Koordination, helfe gegen Demenz besser als jedes Gehirnjogging.

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Tanzen rettet Beziehungen

Damit nicht genug, Tanzen ist weit mehr als nur Sport und Gehirnjogging, Tanzen ist auch gut für die Beziehung, denn, „Liebe geht durch die Beine“, behaupten die beiden Wissenschaftler. Der Grund sei ziemlich simpel, erklären sie. „Beim Tanzen verschwimmen die Grenzen zwischen dir und mir etwas“, erklärt die Dänin Christensen. „Die Gehirne funktionieren während des Tanzens synchron“, so die Wissenschaftlerin. Wenn wir uns mit anderen im gleichen Rhythmus bewegen, hebt Chang zufolge unser Gehirn kurz die Grenzen zwischen Ich und Wir auf. Wir fühlen uns dem anderen verbunden. Synchrone Tanzbewegung fördert die Empathie – oder einfacher ausgedrückt: Menschen mögen sich lieber, wenn sie zusammen tanzen. Jeder der schon mal auf einem Ball war, spürt diese Empathie-Woge, die durch den Saal schwingt, wenn Paare auf dem Parkett gemeinsam nach einem Rhythmus tanzen.

Tanzen baut Stress ab – auch ohne Paartanz

Beim Paartanz stellt sich ein Synchronisationseffekt ein, der das Zusammengehörigkeitsgefühl steigert. Aus gesellschaftlicher Sicht ist das ein Pluspunkt, aber nicht immer ist dieser Effekt Sinn und Zweck. Auch der Singeltanz hat sein Gutes, denn manchmal geht es einfach nur darum, sich auszutoben, Stress abzubauen und den Alltag zu vergessen – Gymnastik auf dem Dance Floor eben. Sicher „fordern Paar- und Volkstänze mehr den Geist“, differenziert Musikkognitionsforscher Professor Gunter Kreutz von der Universität Oldenburg. Doch eines haben Paar- und Singletanz gemein: „Es hilft vielen Menschen, mit ihrem Alltagsstress besser umzugehen“, wird er von SPIEGEL Online zitiert. Apropos Stressabbau, wer schon einmal müde und erschöpft zum Tanztraining gegangen ist, merkt meist, dass danach Müdigkeit und mentale Erschöpfung verflogen sind. Nach dem Tanzen bist du wacher als vorher und auch offener für andere.

Tanzen steigert das Selbstbewusstsein

Tango-Tänzerin ziehen bewundernde Blicke auf sich. Wer Tango beherrscht, wird über kurz oder lang feststellen, dass sich das auf das Selbstbewusstsein auswirkt. Tanzende Männer wirken auf Frauen attraktiver als Nicht-Tänzer – umgekehrt gilt das natürlich auch. Für Kreutz ist das auch nicht sonderlich verwunderlich, denn ein Tänzer „kann potentiellen Partner vermitteln, welche körperlichen Qualitäten man hat“. Auch wenn nicht im Entferntesten der Gedanke aufkommt, mit irgendjemandem etwas anzufangen, sei allein die Darstellung des Möglichen und eigenen Könnens ein wesentlicher Aspekt der persönlichen, sozialen und sexuellen Identität. Das Gefühl, andere mit dem Tanz zu imponieren, hebt das Selbstbewusstsein und strahlt positiv auf andere aus – auch auf den Partner.

Tanzen verbindet und überwindet Sprachbarrieren

„Tanzen steckt in unseren Genen“, bringt es Kreutz auf den Punkt. Tanzen sei viel älter, als es schriftliche Aufzeichnungen über menschliche Kulturen gebe. Wahrscheinlich sei es in der Evolution so erfolgreich gewesen, weil es geholfen habe, die kognitiven Funktionen zu verbessern. Kreutz geht sogar so weit zu behaupten, dass sich die Menschheit vielleicht nur durch den Tanz so weit entwickelt habe. Christensen und Chang haben es auf ihrem Buch-Cover mit dem Untertitel „Warum es uns gesünder, klüger und glücklicher macht“ treffend ausgedrückt. Der Impuls, einem Rhythmus mit einem Tanz zu folgen, sei schon im Gehirn eines Neugeborenen voll ausgereift, weiß die Neuro-Wissenschaftlerin. Selbst Babys wippen mit Armen und Beinen, wenn sie einen Takt hören. Tanz ist etwas Universelles, das selbst Sprache und kulturelle Barrieren überwindet und die seelische Verbindung zwischen uns allen aufleuchten lässt. Mit Tanz können wir Freude, aber auch Trauer ausdrücken. Helga Seewann, eine der ganz wenigen Trauertänzerinnen, „drückt mit ihrem Körper Unsagbares aus“, wie es der „Münchner Merkur“ beschreibt. Vielleicht sollten wir diesem Impuls häufiger nachgeben – zu unserem Nutzen und dem unserer Mitmenschen.

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Helmut Achatz

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an …", nein falsch. Die Basis für ein gesundes und langes Leben fängt schon früher an - und genau das ist das Anliegen des frühen Ruheständlers Helmut Achatz, der so gar nicht ruhig sein will. Der Journalist beschäftigt sich in seinen Beiträgen mit genau diesen Themen und zeigt Wege für ein besseres Verständnis für Gesundheit und Medizin auf.

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