Gesundheitsmythen unter die Lupe genommen
meine Ernährung

Ernährungsmythen im Fakten-Check

Was stimmt und was nicht?

von Corinna Dürr (Kommentare: 0) , Foto: ©redfox331 - stock.adobe.com

Es kursieren so viele Mythen zum Thema Ernährung – da blickt doch niemand mehr durch. Ist Kaffee nun ein Wasserräuber? Sind Schadstoffe wirklich eine Gefahr im Essen? Und wie super sind eigentlich Superfoods? Was an diesen und anderen Ernährungsmythen dran ist, verrät dir unsere Ernährungswissenschaftlerin Corinna Dürr.

Wahrscheinlich hast du dich auch schon gefragt, was an all den Glaubenssätzen über Ernährung stimmt oder auch nicht. Das ist oft nicht leicht zu erkennen, vor allem wenn Aussagen immer wieder überall zu lesen sind. Hier habe ich einige Ernährungsmythen aus ernährungswissenschaftlicher Sicht beleuchtet.

Gibt es noch andere Aussagen, von denen du gerne wissen möchtest, ob sie stimmen? Dann schreibe gerne einen Kommentar. Wir sammeln die Themen und beantworten sie später.

1. Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

Zum Kaffee wurde traditionell meistens ein Glas Wasser serviert, weil Kaffee wegen seiner harntreibenden Wirkung als Flüssigkeitsräuber galt. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass das nicht stimmt. In moderaten Mengen trägt auch Kaffee dazu bei, uns mit Flüssigkeit zu versorgen. Als Durstlöscher solltest du den Wachmacher allerdings nicht betrachten. Gegen das Gläschen Wasser zum Kaffee ist dagegen nichts einzuwenden, denn zu viel trinken können wir eigentlich kaum.

Tipp: Wieviel du trinken solltest und welche Getränke gut sind für den Körper, erfährst du in meinem Artikel Richtig trinken für mehr Wohlbefinden.

2. Macht Schokolade glücklich?

Allein weil Schokolade so lecker ist, kann ich hier nur ganz laut Jaaa rufen. ;-)
Tatsächlich enthält der Kakao in der Schokolade die Aminosäure Tryptophan, aus der im Gehirn Serotonin gebildet wird. Mehr Serotonin sorgt für eine entspannte und positive Stimmung, weshalb es auch als Glückshormon bezeichnet wird. Auch das im Kakao enthaltene Phenylethylamin soll die Stimmung aufhellen. Aber letztlich sind bei beiden Stoffen die in Lebensmitteln enthaltenen Mengen zu gering, um messbare Effekte zu erzielen. Trotzdem kann ein Stückchen Schokolade uns hin und wieder den Tag versüßen. Zuviel davon verursacht jedoch eher Unwohlsein angesichts der zunehmenden Speckröllchen.

3. Enthalten Zitronen besonders viel Vitamin C?

Zitrusfrüchte galten lange Zeit als die Vitamin-C-Spender schlechthin. Und mit 40-50 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm haben sie tatsächlich einiges zu bieten. Eine Orange deckt immerhin die Hälfte unseres täglichen Vitamin-C-Bedarfs. Von Zitronen braucht man dafür etwa zwei Stück – doch wer mag die schon pur verspeisen? Erdbeeren sind dagegen nicht nur süßer, sondern liefern sogar etwas mehr Vitamin C als die Zitrusfrüchte. Und Papayas übertrumpfen Orangen lässig mit doppeltem Vitamin-C-Gehalt. Noch besser schneiden Gemüse ab: Brokkoli, Fenchel und Paprika sowie Rosenkohl und Grünkohl sind die wahren Vitamin-C-Helden. Bei ihnen reicht meistens schon eine 100-Gramm-Portion, um den Tagesbedarf an Vitamin C zu decken.

4. Ist dunkles oder Körnerbrot immer gesünder?

Gesünder ist vor allem Vollkornbrot, weil es mehr Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe enthält. Entscheidend dafür ist, dass die ganzen Getreidekörner mitsamt den Randschichten verwendet werden. Wie dunkel ein Brot ist, hängt aber nicht nur vom Anteil an Vollkorn ab. Auch die Getreidesorte und andere Inhaltsstoffe spielen für die Farbe des Brotes eine Rolle. So hat Roggenmehl beispielsweise eine dunklere Farbe als Weizenmehl. Zudem können Zuckerbestandteile oder Röststoffe das Brot dunkler aussehen lassen. Wie grobkörnig ein Brot ist, sagt auch nicht unbedingt etwas über den Vollkorn-Anteil aus. Denn auch das volle Korn kann relativ fein vermahlen werden. „Körner“ wie Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Kürbiskerne haben durchaus gesundheitliche Vorteile, sind aber kein Indiz für ein Vollkornbrot. Am besten schaust du also auf die Zutatenliste oder fragst beim Bäcker, ob es sich um ein Vollkornbrot handelt.

Tipp: Möchtest du wissen, worauf du bei der Auswahl von Brot achten solltest? Dann schaue doch mal in meinen Artikel Welches Brot ist das Beste?

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5. Sind Superfoods wirklich super?

Unter „Superfood“ versteht man Lebensmittel, die besonders reich an wertvollen Nährstoffen sind. Eine echte Definition oder gar klare Grenzwerte gibt es allerdings nicht. Besonders oft werden neuartige oder exotische Lebensmittel als Superfood angepriesen. Gerade wenn diese neu auf den Markt kommen, werben die Hersteller oft mit überhöhten Nährstoffmengen und unbewiesenen Gesundheitswirkungen. Zudem sind importierte Superfoods teilweise mit Schadstoffen belastet. Insofern ist vor allem bei neuen Lebensmitteln Vorsicht geboten.
Einige Superfoods wie Chiasamen, Goji- oder Acaibeeren haben sich inzwischen etabliert. Fraglich bleibt jedoch, wie sinnvoll importierte Lebensmittel sind, wenn heimische Superfoods ähnlich viele wertvolle Nährstoffe zu bieten haben. Vielleicht greifst du statt zu Chiasamen doch lieber zu altbewährten Leinsamen, die sogar noch mehr Omega-3-Fettsäuren enthalten. Schwarze Johannisbeeren übertrumpfen den Vitamin-C-Gehalt von Goji-Beeren. Und Holunder- oder Heidelbeeren liefern ebenso viele Anthocyane wie Acai-Beeren.

6. Darf man Spinat wieder aufwärmen?

Ja, Spinat darf man wieder aufwärmen. Wichtig ist jedoch, Spinat nicht lange warmzuhalten oder bei Zimmertemperatur stehen zu lassen. Denn bei diesen Temperaturen wandeln Bakterien besonders eifrig das im Spinat enthaltene Nitrat in gesundheitsschädliches Nitrit um. Deshalb stelle Spinatreste sofort in den Kühlschrank. Am besten verzehrst du ihn dann bald und wärmst ihn höchstens einmal auf. Vorsichtshalber sollten Säuglinge und Kleinkinder keinen aufgewärmten Spinat essen.

7. Sind Schadstoffe die größte Gesundheitsgefahr im Essen?

Viele Leute sorgen sich um Schadstoffe in Lebensmitteln und halten sie für die größte Gesundheitsgefahr beim Essen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass wir sehr selten von Schadstoffen im Essen krank werden. Das liegt vor allem daran, dass unsere Lebensmittel heute auf Schadstoffe kontrolliert werden, sodass sie in der Regel keine gefährlichen Mengen an Schadstoffen enthalten. Was uns krank macht am Essen, sind viel häufiger falsche Ernährung und schlechte Hygiene. Die gute Nachricht: Daran kannst du selbst etwas ändern!

Achte darauf, dass du insbesondere empfindliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch immer gut gekühlt lagerst. Sorge in der Küche und beim Kochen für saubere Arbeitsutensilien, Bretter Messer und Lappen. So kannst du Bakteriengifte und Infektionen vermeiden.

Ebenso wichtig ist, dass du frisch, vielseitig und maßvoll isst. Wie das geht, erkläre ich dir in meinem Artikel Wie ernähre ich mich ausgewogen?

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Corinna Dürr

„Was kann man überhaupt noch essen? Was ist gesund?“ wird die Ernährungswissenschaftlerin Corinna Dürr oft gefragt. Gesunde Ernährung erscheint vielen aufwändig und kompliziert. Nicht so bei der gut gelaunten Ernährungsexpertin aus Bonn, die auch gerne mal etwas Süßes nascht. Einfach frisch und bunt essen, von allem ein bisschen, aber nicht zu viel, heißt ihre Devise. Und natürlich mit allen Sinnen genießen. Denn Essen soll gut tun und Freude machen, findet Corinna Dürr.

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