Schaukel im Sonnenlicht
meine Freizeit

Gute Gründe häufiger zu schaukeln

Positive Effekte für Gleichgewichtsorgan und Psyche

von Helmut Achatz (Kommentare: 0) , Foto: ©bohbeh - stock.adobe.com

Wann hast du das letzte Mal geschaukelt? Schon länger her? Schade, denn Schaukeln hat eine positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Schaukeln beglückt und hält gesund. Also, ab auf die Schaukel. Keine Angst, dass du dich lächerlich machst – Schaukeln ist längst gesellschaftsfähig.

„Komm auf die Schaukel, Luise; auf der Schaukel schweben das ist wie im Leben, macht Spaß und macht Bange und dauert nicht lange. Mal rauf und mal runter, bisschen Schwindel mitunter …“, Hans Albers, der „blonde Hans“, fasst in dem Lied amüsant und fast schon anrüchig zusammen, was uns am Schaukeln so fasziniert.

Schaukeln ist ein Urbedürfnis

Das Schaukeln befriedigt gleich mehrere Bedürfnisse – und ist deswegen für uns lebenswichtig. Geschaukelt oder gewiegt zu werden, scheint ein Urbedürfnis zu sein, das uns unser ganzes Leben begleitet. Das fängt schon im Mutterleib an. Gynäkologen und Neurologen schätzen, das sich der Gleichgewichtssinn so etwa im fünften bis sechsten Schwangerschaftsmonat ausbildet – und ab da braucht dieses System ständige Reize. Jede Schwangere wird das bestätigen können, denn sie spürt die Bewegung in ihrem Körper. Das Ungeborene beginnt, sich zu orientieren.

Training des Gleichgewichtssinns

Sobald wir auf der Welt sind, geht es weiter mit dem Training unseres Vestibularorgans, wie das so schön auf Fachchinesisch heißt. Wir erobern unsere Welt, stehen auf, fallen hin – alles Übungen für unseren Gleichgewichtssinn. Wenn wir weinen, nehmen uns Mutter oder Vater auf den Arm und wiegen uns ganz instinktiv, weil sie wissen, dass sie uns damit beruhigen können.

Es scheint wohl so zu sein, dass uns leichte Schaukelbewegungen helfen, unsere Haltung zu stabilisieren, den Muskeltonus zu normalisieren und mit uns ins Reine zu kommen. Schwerstbehinderte neigen oft zum Schaukeln und Wiegen, um sich selbst zu beruhigen. Denn Schaukeln und Wiegen entspannt uns offensichtlich.

Was hat das mit dem Gleichgewichtsorgan, unserem Vestibularsystem, zu tun? Das sitzt übrigens im Innenohr und ist ein hoch komplexes System, vergleichbar mit drei Wasserwaagen, die genau unsere Lage im Raum registrieren und entsprechende Signale an das Gehirn weiterleiten. Dieser Apparat hat fünf Teile: drei Bogengänge und zwei Vorhofsäckchen, die sogenannten Maculaorgane, die uns anzeigen, ob wir uns linear bewegen. Die Bogengänge zeigen unserem Gehirn, ob wir uns noch vorne oder nach hinten beugen, nach links oder nach rechts drehen, ob es nach unten oder oben geht. Dieser Apparat sichert unser Gleichgewicht und koordiniert sogar unser Sehen. Wir sind auf Gedeih und Verderb auf unseren Gleichgewichtssinn angewiesen, der im Gegensatz zu Sehen, Hören oder Riechen nicht ausgeschaltet werden kann – und ein Leben lang trainiert werden will.

Die positiven Effekte:

1. Schaukeln entspannt und kann Schmerzen lindern

Wie gern denken wir an die Kindheit zurück – eine Zeit, ohne Pflichten, in der wir in den Tag hinein lebten. Wer fühlt sich beim Anblick einer Schaukel nicht in jene Zeit zurückversetzt? Wer sich auf eine Schaukel setzt, spürt dieses Gefühl von damals, von Leichtigkeit, Unbeschwertheit, ja auch von Entrücktsein.

Leichtes Schaukeln oder Wiegen ist großartig, so großartig, dass einige Kliniken, wie die Universität Landau in der Pfalz, die „basale Stimulation“ (Anregung primärer Bewegungserfahrung) gezielt in der Praxis einsetzen. Schaukeln beruhigt und entspannt nicht nur, sondern kann sogar Schmerzen lindern. Die entspannende Wirkung kann jeder selbst testen, der eine Schaukel oder eine Hängematte zuhause hat. Den Puls messen und dann ein Viertelstündchen oder eine halbe Stunde schaukeln – und wieder Puls messen. Mit Sicherheit ist die Pulsfrequenz nach dem Schaukeln niedriger als vorher.

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2. Sorgt für Ausgeglichenheit und fördert Glückshormone

Entspannung ist das eine, Ausgeglichenheit das andere. Wenn du dich in die Hängematte legst und sanft schaukelst, wirst du merken, wie sich eine Art inneres Lächeln in dir ausbreitet, ein stilles Glück. Du fühlst dich einfach wohl. Wenn die Schaukel draußen hängt oder die Hängematte, dann wirkt Schaukeln doppelt positiv, denn dein Körper bekommt mehr Sauerstoff, was das Glücksgefühl fördert. Wir erinnern uns unterbewusst an den Zustand im Mutterleib, als wir getragen und geschaukelt wurden, eingehüllt und geborgen. Diese unterbewusste Erinnerung ist tief in uns verborgen und wird getriggert, wenn wir uns in eine Hängematte legen und sanft hin und her bewegt werden. Wenn du dein Vestibularorgan stimulierst, dann wirkt das in etwa wie Meditation, Bewegt-Meditation. Es muss aber nicht immer nur eine Hängematte sein, es kann auch ein Schaukelstuhl oder eine Hollywood-Schaukel sein.

3. Stärkt die Rumpfmuskulatur

Schaukeln hält gesund und fit – klingt vielleicht etwas abseitig, ist aber so. Denn, die Schaukel bewegt sich nicht von selbst, sondern durch deinen Schwung. Du hältst sie in Bewegung. Natürlich verbrauchst du bei einem Viertelstündchen keine hundert Kalorien, aber es gibt ja noch andere Schaukel-Methoden. Wie wäre es denn mal mit Aerial Yoga – ein Mix aus Yoga und Luftakrobatik. Klingt dramatischer als es ist. Es geht dabei um eine Schlinge aus Gymnastiktuch, die von der Decke hängt. Übungen werden hängend ausgeführt. Du schaukelst, hängst dich mit den Beinen in die Schlaufe ein, pendelst. Das trainiert die Rumpfmuskulatur, ohne dass die Bandscheibe belastet wird. Aerial Yoga ist Schwingen, Schaukeln und Drehen am und im Tuch. Die Rumpf- und Bauchmuskulatur wird gefordert und gestärkt.

Beim Flying Pilates hängen die Tücher an der Decke. Du legst dich hinein, kannst schaukeln, kreiseln und schwingen. Das Balancegefühl wird herausgefordert und deine Bauchmuskeln trainiert – auch gut für Arme und Schultern.

Aber selbst das „normale“ Schaukeln trainiert schon deine Bauchmuskulatur, da du ja Schwung holst, die Beine streckst, dich mit den Armen festhältst, die Beine wieder einklappst – und das viele Male.

4. Verursacht Nervenkitzel und Kribbeln im Bauch

Ein Aspekt, warum auch Erwachsene gerne schaukeln, ist der Nervenkitzel. Wer schon mal in einer Riesen-Schaukel saß, weiß, was damit gemeint ist – ein schaurig-schönes Gefühl, wenn der „Fliegende Teppich“ oder wie immer dieses Gefährt auch heißen mag, in die Tiefe saust, so dass sich dir fast der Magen umdreht. Da kann sich schon ein „bisschen Schwindel mitunter“ einstellen, wie es Albers besingt. Aber genau das mögen viele – ist ja gut als Training für unser Gleichgewichtsgefühl. Nicht selten ist das Gejohle, Gekreische, Gejauchze und Gequieke groß. Das hat so etwas schaurig Schönes.

Für jedes Alter die perfekte Schaukel

Wer an eine Schaukel denkt, assoziiert im ersten Moment sicher ein Brett, das an zwei Seilen hängt, dabei sind wir Menschen einfallsreich, wenn es ums Schaukeln geht. Erinnert sei nur an den Schaukelstuhl, an die Hollywood-Schaukel und an die Hängematte. Die Schaukel begleitet uns ein Leben lang – vom Säugling bis zum Senior. Säuglinge werden in den Armen von Mutter und Vater gewiegt; beim „Engelchen-flieg“-Spiel geht’s dann schon wilder zu; zur Beruhigung werden Babys in die Wiege gelegt; Schiffsschaukeln sind leider etwas aus der Mode gekommen; auf dem Oktoberfest aber hat sich die „Krinoline“ (ein schwingendes Karussell) gehalten; stylish gibt sich die „Nest-Schaukel“, die an ein Nest der Webervögel erinnert; auf dem Pferd im Schritt fühlen wir uns geschaukelt und getragen; gern legen wir uns auch manchmal in einen Kahn und lassen uns von den Wellen schaukeln; im Alter schließlich kommt der Schaukelstuhl zu neuen Ehren. „Schaukeln ist Magie und Medizin“, wie es einmal der Journalist Lajos Schöne in der „Welt“ so schön formulierte – dem ist nichts hinzuzufügen.

Nebem dem Schaukeln kann auch das Tanzen Warum Tanzen so gesund ist – Rumba, Tango & Co. und Singen Sing dich glücklich und gesund! – Warum Singen gut fürs Immunsystem ist deine Glücksgefühle und deine Gesundheit fördern!

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Helmut Achatz

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an …", nein falsch. Die Basis für ein gesundes und langes Leben fängt schon früher an - und genau das ist das Anliegen des frühen Ruheständlers Helmut Achatz, der so gar nicht ruhig sein will. Der Journalist beschäftigt sich in seinen Beiträgen mit genau diesen Themen und zeigt Wege für ein besseres Verständnis für Gesundheit und Medizin auf.

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