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Bitter, aber gesund!

Bitterstoffe regen die Verdauung an und fördern die Gesundheit

von Claudia Dechamps (Kommentare: 0) , Foto: Freepik

Was haben Rucola, Radicchio, Chicorée und Artischocken gemeinsam? Sie schmecken ein wenig bitter. Manchmal aber hat man richtig Lust auf solche Lebensmittel. Das ist ein wichtiges Signal des Körpers, denn er sagt damit: „Ich brauche etwas, was meine Verdauung unterstützt.“ Und das tun Bitterstoffe auf vielfältige Weise.

Sobald wir etwas Bitteres im Mund spüren, werden die Bitterrezeptoren auf der Zunge stimuliert. Sie regen den Magen an, vermehrt Verdauungssekrete zu bilden. Der gesamte Magen-Darm-Trakt antwortet auf Bitterstoffe mit einer stärkeren Durchblutung und der Produktion von Magensäften, Gallenflüssigkeit und Insulin. Magen, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Darm werden auf Trab gebracht. Infolgedessen verwerten sie die Nahrung besser und schneller. „Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund“, lautet ein altes Sprichwort. Eigentlich sind es Abwehrreaktionen, die da ablaufen. Unser Urinstinkt sagt uns, dass etwas Bitteres giftig sein kann. Folglich setzt quasi ein Abwehrmechanismus im Körper ein, um mit dem möglicherweise ungesunden Nahrungsmittel fertig zu werden. Der Nebeneffekt der erhöhten Sekretproduktion besteht darin, dass wir so mit einfachen Mitteln etwas für eine gesunde, darmfreundliche Ernährung tun können.

Dunkle Schokolade hilft beim Abnehmen

Bitterstoffe können aber noch viel mehr als nur für eine gute Verdauung zu sorgen. Sie helfen beim Abnehmen. Zum einen isst man von einem bitter schmeckenden Salat einfach weniger, will heißen, nur eine gesunde Menge. Zum anderen tritt durch die angekurbelte Verdauung eher ein Sättigungsgefühl ein. Und der absolute Clou bei Bitterstoffen ist: Sie hemmen den Hunger auf Süßes. Bei Zuckerschmacht ein paar Tropfen Bitterelixier auf die Zunge oder ein Stückchen Zartbitter-Schokolade lutschen hat eine verblüffende Wirkung – die Lust auf Süßes verschwindet. Und zuletzt können Bitterstoffe die Einnahme von Säureblockern überflüssig machen. Die Bitteranteile sorgen dafür, dass verstärkt eigene Magensäure gebildet wird. Deren Mangel kann nämlich dafür verantwortlich sein, dass Sodbrennen und Reflux entstehen.

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Bitterstoffe werden weggezüchtet

Bis ins letzte Jahrhundert hinein wurden mehr bittere Salate und Kräuter verzehrt als heute. Leider hat die moderne Landwirtschaft aus vielen Pflanzen inzwischen den bitteren Anteil herausgezüchtet. Die Liste der Lebensmittel mit Bitterstoffen ist nicht mehr ganz so umfangreich, wie sie das vielleicht in früheren Jahrzehnten war. Salate wie die anfangs schon genannten gehören dazu, Gemüse wie Brokkoli oder Rosenkohl, aber auch Grapefruits oder alte Apfelsorten.

Die Tendenz geht heute leider zum eher süßen Geschmack, auch wenn das für die Gesundheit nicht wirklich förderlich ist. Wir bevorzugen die Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig oder scharf, das Bittere kommt kaum noch vor. Auch Chicorée, Rucola oder Radicchio sind heute eher „bitterarm“. Mit nachteiligen Folgen für die Gesundheit: Völlegefühl, Verdauungsbeschwerden und Darmträgheit plagen die Menschen des 21. Jahrhunderts. Ein eingeschränkt arbeitendes Verdauungssystem verwertet Nährstoffe nicht optimal, leitet Giftstoffe schlechter aus und begünstigt eine Übersäuerung des Körpers. Ein paar bittere Lebensmittel auf dem Speiseplan würden hier schon Abhilfe schaffen können.

Bittere Kräuter für einen gesunden Magen

Es gibt aber noch ein paar Alternativen – ganz wichtige Lieferanten von Bitterstoffen sind beispielsweise zahlreiche Kräuter wie Wermut, Schafgarbe, Enzian, Hopfen, Löwenzahn, Salbei, Tausendgüldenkraut. Schon im Mittelalter wussten die Menschen um die Heilkraft der bitteren Kräuter und ihrer positiven Wirkung für den gesamten Magen- und Verdauungstrakt. Die Äbtissin Hildegard von Bingen gilt als wohl bekannteste „Kräuterwissenschaftlerin“ dieser Zeit. In zwei Schriften hat sie das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen zusammengetragen und aufgeführt, welche Kräuter bei welchen Symptomen wirken. Sie empfahl Angelika-, Enzian- und Baldrianwurzel mit Mariendistelkraut und Kardamom anzusetzen, um einen magenfreundlichen Kräuterbitter herzustellen. Wem also nicht nach Bitter-Salat oder -Gemüse ist, der kann vor dem Essen oder über den Tag verteilt zu Wermut-, Schafgarbe- oder Hopfentee greifen. Die darin enthaltenen Essenzen haben ebenfalls eine anregende Wirkung auf das Verdauungssystem. Und nach dem Essen kann Omas Kräuterschnäpschen auch hin und wieder eine Wohltat sein.

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Bitter-Kräutertee selbst mischen

Für einen Magentee eignet sich eine Mischung von Schafgarbe, Thymian, Enzianwurzel, Hopfen und Pfefferminz. Vor dem Essen getrunken, reduziert dieser Tee den Appetit. Zudem kurbelt er die Verdauung an und steigert die Fettverbrennung. Achtung, schmeckt bitter – aber das soll es ja auch. Mit etwas Zitronensaft und Honig kann man ihn etwas trinkfreundlicher machen. Die Kräuter erhält man im Bioladen, in der Apotheke oder bei einem speziellen Kräuterversand.

Vorteile von Bitterstoffen auf einen Blick

  • kurbeln die Verdauung an
  • hemmen die Lust auf Süßigkeiten
  • Verstärken das Sättigungsgefühl
  • können einer Übersäuerung entgegenwirken
  • sind enthalten in: Brokkoli, Rosenkohl, Grapefruit, alten Apfelsorten, Radicchio, Rucola

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Claudia Dechamps

Hauptsache gesund! Ja, wenn das immer so einfach wäre. Gesund sein ist ein Geschenk und gesund bleiben – da kann man schon eine Menge für tun. Was sinnvoll ist und welche neuen Erkenntnisse es gibt, dazu recherchiert Claudia Dechamps gern und leidenschaftlich im Netz und schreibt für euch darüber.

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