Diabetestypen
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Diabetes ist nicht gleich Diabetes

Unterschiede zwischen Typ-1 und Typ-2

von Helmut Achatz (Kommentare: 0) , Foto: ©skypicsstudio - stock.adobe.com

Diabetes heißt umgangssprachlich Zuckerkrankheit und ist eine chronische Stoffwechselkrankheit – wobei „eine“ irreführend ist, denn Diabetes kommt in zwei Formen daher. Typ 1 wird gern als „Jugend-Diabetes“, Typ 2 als „Alters-Diabetes“ bezeichnet. Was hat es damit auf sich?

„Sie treffen sich täglich um viertel nach drei oh oh oh, oh yeah … und blasen zum Sturm auf das Kuchenbuffet; auf Schwarzwälder Kirsch und auf Sahne-Baiser; auf Früchteeis, Ananas, Kirsch und Banane – aber bitte mit Sahne“. Den Refrain des Schlagers von Udo Jürgens kennt vermutlich jeder jenseits der 50. Den Jüngeren sei gesagt, dass es für Mathilde, Ottilie, Marie und Liliane leider kein Happy End gibt – denn, das „Ende vom Lied hat wohl jeder geahnt, oh oh oh, oh yeah; der Tod hat reihum sie dort abgesahnt, oh oh oh, oh yeah“. Vermutlich sind sie Diabetes und den Folgeerscheinungen erlegen.

Knapp sieben Millionen Diabetes-Erkrankte

Bei Diabetes denkst du, wie die meisten übrigens, sicher an Typ-2-Diabetes – nicht zu Unrecht, denn davon sind in Deutschland annähernd sieben Millionen betroffen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) schätzt, dass aktuell 6,7 Millionen Menschen hierzulande an Diabetes mellitus erkrankt sind, darunter rund zwei Millionen, „die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen“. Und jetzt kommt’s – 95 Prozent leiden an Diabetes Typ 2, fünf Prozent an Typ-1-Diabetes. In absoluten Zahlen ausgedrückt, schätzt die DDG die Zahl der Typ-1-Erwachsenen auf 312 000 und die der Typ-1-Kinder und -Jugendlichen auf 31 500.

Zahlen sind das eine, die Folgen das andere. Die DDG geht davon aus, dass Diabetes schuld ist an Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall. Leider klingt es erschütternd, wegen Diabetes werden 40 000 Beine, Füße und Zehen amputiert oder Erkrankte erblinden. Die Zahlen entstammen dem aktuellen Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes, herausgegeben vom der DDG und der diabetesDE (Deutsche Diabetes Hilfe).

Lebenswandel spielt entscheidende Rolle

Zurück zu Mathilde, Ottilie, Marie und Liliane – mit ihrem Lebenswandel haben sie viel dazu beigetragen, dass sie der „Tod reihum abgesahnt“ hat. Sie stellen die Mehrheit der Diabetes-Erkrankten. Von Typ-1 hörst du vermutlich seltener etwas, weil die absolute Zahl deutlich geringer ist. Aber es ist wichtig, zwischen den beiden Typen zu unterscheiden.

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Was ist Typ-1-Diabetes?

Typ-1 wird gern auch als „Jugend-Diabetes“ bezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr. Typ-1-Diabetes ist zu Recht als Insulinmangeldiabetes bekannt. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, sprich eine Krankheit, die durch eine Störung es Immunsystem ausgelöst wird. Das Immunsystem zerstört die Betazellen (Langerhans-Inseln) in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren. Klar, wenn Insulin fehlt, nehmen die Zellen im Körper weniger Glukose auf als sie im Normalfall aufnehmen würden – im Blut schwimmt jetzt zu viel Glukose. Wie Typ-1-Diabetes entsteht, können selbst Experten nicht so ganz genau erklären. Es hängt teils mit der genetischen Anlage zusammen, aber auch mit Umweltfaktoren – Trigger, sprich Auslöser können Infektionen sein, bestimmte Nahrungsbestandteile und psychische Belastungen.

Die Techniker Krankenkasse hat auf ihre Internet-Seite kompakt und verständlich zusammengefasst, wie Typ-1-Diabetes diagnostiziert werden kann. Wie hoch das Risiko ist, an Typ-1-Diabetes zu erkranken, lasse sich anhand spezieller Antikörper im Blutserum prüfen. Risiko ist das eine, der Ausbruch der Krankheit das andere – wenn sich der Blutzucker erhöht, dann würdest du das an Durst, gehäuftem Wasserlassen und Gewichtsverlust merken. Dann heißt es, schnell zu reagieren. Diabetes-Typ-1 kann nur durch täglich Insulin behandelt werden – per Spritze oder Insulinpumpe.

Natürlich muss der Diabetes-Typ-1-Betroffene seine Blutzuckerwerte regelmäßig überprüfen und die Kohlehydrate im Essen berechnen. Diabetes-Typ-1 ist bislang unheilbar. Wenn du aber gesund lebst, dich richtig ernährst und deine Medikamente nimmst, ist ein normales Leben möglich. Zugegeben, das klingt einfacher als es ist, wie die Psychologin Karin Lange von der Medizinischen Hochschule Hannover einräumt. Diabetiker brauchen „ein gehöriges Maß an Impulskontrolle“, sprich, sie müssen sich selbst disziplinieren, wird sie von der DDG-Zeitung zitiert.

Was ist Typ-2-Diabetes?

Selbstdisziplin ist freilich auch bei Typ-2-Diabetikern wichtig – mindestens genauso, denn Diabetes-Typ-2 ist ein gesellschaftliches Problem, darin sind sich Krankenkassen und Ärzte weitgehend einig. „Die Leute bewegen sich immer weniger, essen immer mehr Fertigprodukte und werden immer fetter“, konstatiert die AOK Rheinland/Hamburg. In Deutschland seien 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen zu dick, entsprechend ist auch die Zahl der Diabetes-Erkrankten gestiegen. Die Techniker Krankenkasse rät dir, falls du für Diabetes-Typ-2 gefährdet sein solltest, dich gesünder zu ernähren und mehr zu bewegen – mit weniger Kilo auf der Waage bist du zudem agiler. Wie gut Bewegung hilft, bewiesen 2016 zwölf Radler auf ihren E-Bikes: Sie strampelten auf der „Tour de Diabetes“ 1001 Kilometer längs durch Deutschland und „alle Radler konnten ihre Insulindosis reduzieren“, so „Focus“.
Wenn du die Tipps in den Wind schlägst, musst du damit rechnen, dass deine Arterien schneller verkalken und sich Gerinnsel bilden – Folge sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Weitere Folgen können Erblinden sein, Taubwerden an den Füßen und Nierenschwäche oder sogar -versagen.

Behandlung Typ-2-Diabetes

Wenn sich Diabetes-Typ-2 nicht verhindern lässt, verschreibt der Arzt Medikamente, die die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse anregen. Die Ärzte greifen meist zu Metformin, ein Wirkstoff zur Senkung des Blutzuckerspiegels. Wenn du Metformin nicht verträgst oder Metformin ausgereizt ist, kommen andere Medikamente/Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel – oder der Umstieg auf Insulin. Der Zucker wird durch die Medikamente vermehrt über den Urin ausgeschieden – andere Probleme wie Herzinsuffizienz lassen sich dadurch lösen oder erleichtern. Leider ist Diabetes-Typ-2 längst kein Altersleiden mehr – dem Diabetologie-Pionier Hellmut Mehnert zufolge sind in Deutschland heute bereits rund fünf Prozent aller zuckerkranken Jugendlichen Typ-2-Diabetiker, in den USA sogar schon 25 Prozent.

Wie gefährdet bist du?

Wie gefährdet bist du, an Typ-2-Diabetes zu erkranken? Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (DIfE) hat einen Risiko-Test entwickelt, mit dem du dein persönliches Risiko ermitteln kannst, innerhalb der nächsten 5 Jahre an einem Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes) zu erkranken. Das Schöne an dem Test – er zeigt dir dein Risiko und liefert Tipps, wie du das Risiko senken kannst.

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Helmut Achatz

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an …", nein falsch. Die Basis für ein gesundes und langes Leben fängt schon früher an - und genau das ist das Anliegen des frühen Ruheständlers Helmut Achatz, der so gar nicht ruhig sein will. Der Journalist beschäftigt sich in seinen Beiträgen mit genau diesen Themen und zeigt Wege für ein besseres Verständnis für Gesundheit und Medizin auf.

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