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Sodbrennen – Ursachen und Behandlung

Wenn das Essen sauer aufstößt

von Helmut Achatz (Kommentare: 0) , Foto: ©Stock Adobe

Fettes Essen, dazu ein Bier und Stress – kein Wunder, wenn das vielen im wahrsten Sinne sauer aufstößt. Magensäure schwappt in die Speiseröhre und reizt sie, es kommt zu Sodbrennen. Was sind die Ursachen und wie lässt sich diese Volkskrankheit behandeln? Ursachenforschung und nützliche Tipps.

„Sauer macht lustig“ – von wegen. Vielen stößt das Essen sauer auf; sie haben einen bitteren Geschmack auf der Zunge; die Kehle brennt. Sodbrennen – oder auch Reflux genannt – ist der „Rückfluss des säurehaltigen Mageninhalts in die Speiseröhre“, erklärt die Techniker Krankenkasse. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) schätzt, dass jeder Fünfte davon betroffen ist.

Die Ursachen des Sodbrennens

Im Grunde sind die Ursachen ziemlich einfach: Unser Magen als Teil unseres Verdauungssystems produziert Saft, der wiederum neben Salzsäure Enzyme enthält, die die Nahrung aufschließen. Normalerweise hat die Magensäure einen pH-Wert zwischen 1,5 und 2, vergleichbar mit dem pH-Wert von Zitronensaft (die pH-Skala reicht von 0 bis 14). Jeder kann sich vorstellen, wie purer Zitronensaft schmeckt und was passiert, wenn die Säure nicht den Magen hinunter, sondern hinaufwandert.

Warum aber bleibt der Magensaft nicht da, wo er hingehört? Das hat in den allermeisten Fällen mit unserem Essverhalten zu tun. Vermutlich haben schon viele Erfahrungen mit Sodbrennen gemacht. Ausgenommen sind Zeitgenossen mit zu wenig Magensäure, die haben aber andere Probleme. Aber zurück zur Mehrheit: Auslöser sind nicht selten Gelage, ein opulentes Essen, begleitet von Bier, Wein und Schnaps, dazu ein Likörchen, ein cremiges Tiramisu als Dessert oder eine sahnige Crème Brûlée. Der Körper richtet sich auf die Verarbeitung des Festmahls ein, lässt dem Magen länger Zeit es zu verarbeiten. Dabei entsteht Gas, das entweichen muss – und es entweicht über die Speiseröhre: Wir stoßen auf. Mit dem Gas kann auch Magensäure in die Speiseröhre schwappen, die das gar nicht mag und gereizt wird. Wir spüren dieses typische Brennen in der Kehle und den galligen Geschmack im Mund.

Ursachen für Sodbrennen können aber auch sein:

  • eine Funktionsstörung des Speiseröhrenschließmuskels
  • ein schwacher Magen
  • Rheuma
  • ein Zwerchfellbruch
  • Schwangerschaft
  • Bestimmte Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS), Nitrate, Psychopharmaka, bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck
  • und natürlich Übergewicht

Weshalb Säureblocker keine Dauerlösung sind

Wer nur gelegentlich Sodbrennen verspürt, kommt vermutlich gut mit Säureblockern (Antazida) oder Protonenpumpenhemmern zurecht. Sie wirken unmittelbar und 36 Stunden lang, senken die Magensäure und gelten als gut verträglich. So ein Medikament sollte jedoch keine Dauerlösung werden, denn es hat unerwünschte Nebenwirkungen, darunter:

• schlechtere Aufnahme von Nährstoffen
• Kalziummangel
• Konzentrationsstörungen
• Neigung zu Durchfall
• erhöhtes Herzinfarktrisiko
Nierenschäden

Und das sind nur die erforschten Nebenwirkungen, vermutlich haben Säureblocker noch mehr Nebenwirkungen. Laut Apothekerverband werden von diesen Präparaten jährlich mehr als vier Millionen Packungen verkauft. Wer dauerhaft Säureblocker schluckt, gewöhnt sich daran. Setzt er die Medikamente ab, kommt es erst recht zu Sodbrennen, die Mediziner sprechen vom „Rebound-Effekt“. Die Dauertherapie führt in einen Teufelskreis. Die Dauereinnahme von Säureblockern ist also alles andere als harmlos. Mit weniger Magensäure bekommt der Körper Probleme, Kalzium aufzunehmen, was wiederum das Osteoporose-Risiko (Knochenschwund) steigen lässt.

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Tipps gegen Sodbrennen

Bei den meisten würde es helfen, wenn sie ihre Ernährung und die Lebensgewohnheiten ändern, um dem Teufelskreis der Dauereinnahme von Säureblockern zu entkommen und eine Hyperazidität vorzubeugen, wie das so schön medizinisch heißt.

  • Üppige Mahlzeiten vermeiden, vor allem abends. Zwischen Abendessen und Schlafengehen sollten drei Stunden liegen.
  • Lieber fünf kleine Mahlzeiten anstatt drei große einnehmen. Der Druck auf den Magen wird verringert, sodass Magensäure seltener in die Speiseröhre gelangt.
  • Fettarmes Essen tut deinem Magen gut und entlastet ihn. Es bilden sich weniger Gase, was sich positiv auswirkt.
  • Säurehaltige Fruchtsäfte und kohlensäurehaltige Limonade, aber auch Pfefferminztee meiden. Besser eignen sich lauwarmes, stilles Wasser oder säurearmer Tee (Kamille, Kümmel, Fenchel).
  • Basische Lebensmittel wie Bananen, Spinat, Rucola, Fenchel, Avocados, Feldsalat, Pastinaken, Kürbis oder Kartoffeln essen.
  • Schluss mit Stress – nehmen wir uns wieder mehr Zeit fürs Essen. Dazu gehört auch, gründlich zu kauen. Das Mehr an Speichel neutralisiert die Magensäure. Stress stresst unseren Magen und verstärkt Sodbrennen.
  • Reduziere dein Körpergewicht und mache es deinem Magen leichter. Mit dem Körperumfang steigt auch der Druck im Bauchraum. Der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre wird stärker beansprucht und es kommt häufiger zu einem Reflux.
  • Ein 20- bis 30-minütiger Verdauungsspaziergang wirkt manchmal Wunder.
  • Rauchen ist kontraproduktiv, also besser aufhören.
  • Alkohol fördert Sodbrennen. Reduziere den Konsum oder lass ihn besser ganz aus.
  • Filterkaffee reizt den Magen. Ein Espresso ist magenfreundlicher.
  • Stark Gewürztes und Geräuchertes provoziert den Reflux.
  • Mit erhöhtem Oberkörper schlafen, so hilft die Schwerkraft, dass der Magen nicht revoltiert.

Vorbeugen ist besser als heilen

Wie auch bei anderen Krankheiten, kann ein Ernährungstagebuch hilfreich sein. Wir notieren täglich, wann es zu Sodbrennen kam, was wir zuvor gegessen oder getrunken haben und wie stressig oder stressfrei es zuging beim Essen. Wer das einige Wochen führt, kommt den Ursachen sicher schnell auf die Spur – und kann sich darauf einstellen, denn Vorbeugen ist besser als Heilen.

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Helmut Achatz

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an …", nein falsch. Die Basis für ein gesundes und langes Leben fängt schon früher an - und genau das ist das Anliegen des frühen Ruheständlers Helmut Achatz, der so gar nicht ruhig sein will. Der Journalist beschäftigt sich in seinen Beiträgen mit genau diesen Themen und zeigt Wege für ein besseres Verständnis für Gesundheit und Medizin auf.

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