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Was uns unser Blut verrät

Von Anämie bis Diabetes

von Helmut Achatz (Kommentare: 1) , Foto: © flashmovie - stock.adobe.com

Blut verrät mehr über unsere Gesundheit, als wir ahnen. Schon wenige Tropfen genügen, um Krankheiten aufzuspüren und frühzeitig gezielt zu behandeln.

„Es ist überraschend, wie wenig wir wissen“, räumt die Journalistin Heike Kleen ein, die „Das Tage-Buch“ über Menstruation geschrieben hat. „Wenn Männer ihre Tage hätten, hätte das einen ganz anderen Stellenwert“, schmunzelt sie in ihrem Erklärvideo. „Sie würden sich wohl feiern und sich stolz auf die Schulter klopfen“ – nach dem Motto: „Ich habe vier Tage geblutet und trotzdem überlebt“. So aber wird eher verschämt über die Monatsblutung getuschelt. Da könne sich frau von mann noch etwas abgucken.

Blut – ein ganz besonderer Saft

Blut spielt für Frauen eine ganz andere Rolle als für Männer – schade, warum nur für Frauen, denn eigentlich hat dieser „ganz besonderer Saft“, wie es in Goethes Faust heißt, eine wichtige diagnostische Bedeutung und verdient, mehr von uns allen beachtet zu werden. Nicht von ungefähr ist es Blut statt Tinte, mit der Faust den Pakt mit Mephistopheles unterzeichnet.

Schneller zur richtigen Diagnose

Zurück zur Frage, was unser Blut über unsere Gesundheit verrät. Früher nutzten Ärzte meist nur die Blutsenkung, um festzustellen, ob du eine Entzündung hast. Das Tempo, mit dem die roten Blutkörperchen – vereinfacht gesprochen, denn streng genommen bezieht sich das auf alle zellulären Blutbestandteile – binnen einer Stunde in einem speziellen Röhrchen absinken, lässt darauf schließen, ob oder ob nicht.

Heute ist viel mehr möglich

Natürlich ist das Instrumentarium heute viel ausgefeilter. Das Labor analysiert Werte wie Cholesterin, weiße und rote Blutkörperchen, Blutplättchen, Troponin und Creatinkinase, Blutzucker, Enzyme und Hormone. Auf der Liste, die das Labor auswirft, stehen rätselhafte Abkürzungen mit Werten, die entweder im oder außerhalb des Toleranzbereichs liegen. Der Arzt weiß natürlich, was das alles heißt und wo er suchen muss, um Krankheiten ein- oder auszuschließen.

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Was ist ein kleines Blutbild …

Das Blut zeichnet ein genaues Bild: das Blutbild – entweder im Mini- oder Maxi-Format, sprich kleines oder großes Blutbild. Dank des kleinen Blutbildes weiß dein Arzt, wie sich dein Blut zusammensetzt. Wichtiger Baustein sind die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, die den Sauerstoff von der Lunge in den Körper transportieren und umgekehrt, Kohlenstoffdioxid zurück zur Lunge. Ihre Zahl allein ist schon ein Indiz dafür, ob alles in Ordnung ist im Körper. Wer zu viele hat, hat ein Problem – und umgekehrt auch. Zu wenige weisen beispielsweise auf Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel hin. Die Erythrozyten enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, verantwortlich für das Rot im Blut. 

Die weißen Blutkörperchen wiederum, die Leukozyten, sind sozusagen die Gesundheitspolizei. Überfällt ein Feind unseren Körper, stehen die Leukos parat, ihn abzuwehren. Deswegen ist eine erhöhte Zahl ein Zeichen für eine Entzündung.  Auslöser können Viren, Bakterien oder Pilze sein.

Tja, und die Blutplättchen, die Thrombozyten, helfen beim Verschließen von Wunden. Ohne sie würden wir einfach verbluten. Die Thrombozyten lassen das Blut gerinnen. Dank ihrer Struktur bilden sie an Wunden einen Pfropf, der die Wunde schließt. 

Schließlich kommt es noch auf die Fließfähigkeit des Bluts an, was der Laborwert Hämatokrit aussagt: der Anteil der Erythrozyten am Volumen des Bluts.

… und ein großes Blutbild?

Das große Blutbild ist eigentlich ein kleines Blutbild mit Zusatzuntersuchung, deswegen sprechen die Ärzte gern von „Differenzialblutbild“. Beim Differenzialblutbild „kommt ergänzend die Differenzierung der Leukozyten“, beschreibt es nüchtern das Laborzentrum Neuruppin auf seiner Homepage. Das Labor analysiert die weißen Blutkörperchen genauer – und davon gibt es drei Arten: Monozyten, Lymphozyten und Granulozyten. Je nachdem, wie sich die Leukozyten verteilen und verhalten, kann der Arzt auf verschiedene Krankheiten schließen.

Für ein großes Blutbild braucht es nur einige Tropfen Blut, genauer 2,7 Milliliter, so viel fasst ein Laborröhrchen – wenig, im Vergleich zu den fünf bis sechs Litern Blut, die dem Roten Kreuz zufolge ein 70 Kilo schwerer Erwachsener  hat.

Alarm schon bei kleinen Veränderungen?

Ob Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder Vitaminmangel – nicht immer braucht es dafür gleich ein großes Blutbild. Selbst Experten finden das als übertrieben. Leicht veränderte Blutwerte müssen noch kein Warnsignal sein. Es kommt eben darauf an, ob und welche Beschwerden du hast und ob du Risikofaktoren hast. Ärzte raten, Blutuntersuchung gezielt einzusetzen. Einer Blutprobe geht in der Regel die ausführliche Anamnese, sprich das gezielte Fragen des Arztes voraus. Das heißt, der Arzt hat nach der Anamnese begründete Zweifel, dass etwas in deinem Körper nicht stimmt. Dann gibt ein Blutbild häufig Aufschluss, was die Ursache sein könnte.

Gesundheitscheck ab 50

Jeder sollte spätestens ab 50 Jahren, besser noch schon ab 35, eine ärztliche Untersuchung machen lassen, um sich besser einschätzen zu können und mögliche Risikofaktoren einzukreisen. Zur körperlichen Untersuchung gehören auch die Blut- und Urinuntersuchung. Beides gibt Aufschluss auf deinen Gesundheitszustand.

Der Arzt spricht das Ergebnis des Check-up mit dir durch – und kann dir dann auch sagen, wo es hakt, was du möglicherweise an deinen Lebensgewohnheiten ändern solltest. Übrigens, die Krankenkasse zahlt den Gesundheitscheck alle zwei Jahre, zu der eben auch die Blutuntersuchung gehört.

Wenn du gesetzlich versichert bist, zahlt die Krankenkasse natürlich das kleine Blutbild, das übrigens jeder Hausarzt machen kann. Wer allerdings auf einem großen Blutbild besteht, obwohl es medizinisch nicht geboten ist, muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Und medizinisch notwendig ist ein großes Blutbild bei Gefahr einer Infektion. Ein großes Blutbild kann je nach Arzt zwischen 70 Euro und einigen Hundert Euro kosten.

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Kommentare

Kommentar von Johanna |

Toller Artikel und gut erklärt!

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Helmut Achatz

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an …", nein falsch. Die Basis für ein gesundes und langes Leben fängt schon früher an - und genau das ist das Anliegen des frühen Ruheständlers Helmut Achatz, der so gar nicht ruhig sein will. Der Journalist beschäftigt sich in seinen Beiträgen mit genau diesen Themen und zeigt Wege für ein besseres Verständnis für Gesundheit und Medizin auf.

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