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Gut leben trotz Reizdarmsyndrom (RDS)

von Sabine Krieg (Kommentare: 0) , Foto: ©Freepik

„Völlig gesund!“, sagt dir der Arzt nach einer gründlichen Untersuchung und trotzdem leidest du immer wieder an starken Bauchkrämpfen oder gar Durchfall? Dann hast du möglicherweise ein Reizdarmsyndrom (RDS).

Es klingt wie ein seltenes Phänomen: RDS hat keine körperlichen Ursachen wie Geschwüre, Zysten oder Tumoren, und die Diagnose ist schwierig. Doch es steckt keine außergewöhnliche Erkrankung dahinter. Im Gegenteil! Die Barmer BKK etwa kam anhand ihrer Krankmeldungen zu dem Urteil: „Das Reizdarmsyndrom ist ein Volksleiden.“

Was genau ist das RDS?

Wenn du an einem Reizdarm leidest, ist deine Darmfunktion durch extrem sensible Darmnerven gestört – das heißt, diese reagieren schon auf kleinste Gas- und Stuhlansammlungen mit starken Darmreaktionen – und das oft langanhaltend.

Wie erkennst du einen Reizdarm?

Magen-Darm-Beschwerden hat jeder einmal, aber wenn die folgenden Symptome bei dir über insgesamt mehr als zwölf Wochen innerhalb eines Jahres auftreten, dann deutet dies auf RDS hin:

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Magenkrämpfe, Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • besonders häufige (mehr als drei pro Tag) oder seltene Stuhlentleerungen (weniger als drei pro Woche).

Letztendlich kann RDS nur über das Ausschlussprinzip festgestellt werden. Wichtig ist, beim Arzt organische Erkrankungen aber auch z. B. Zöliakie, Allergien oder Intoleranzen auszuschließen.

Ist eine beschädigte Darmflora die Ursache?

Was den Reizdarm bedingt, ist noch nicht abschließend erforscht. Nach derzeitigem Wissensstand sehen viele Forscher den Auslöser in vorangegangenen Darminfekten (durch Bakterien, Viren oder Parasiten) oder in Antibiotika-Behandlungen. Beides kann das Darmgleichgewicht schädigen oder so stören, dass es selbst nach der Genesung auf harmlose Reize durch Lebensmittel-Inhaltsstoffe oder auch psychische Probleme überreagiert.

Was kannst du im Akutfall tun?

Ein einziges Heilmittel gibt es nicht. Meist lindert ein Mix aus unterschiedlichen Maßnahmen am besten die Beschwerden – dazu gehören:

  • warme Bauchauflage
  • Bauchmassage
  • Ruhe
  • Entspannungsübungen (z. B. Progressive Muskelentspannung) oder sanfte Bewegungsübungen, die den Darm beruhigen.
  • Pflanzliche Wirkstoffe wie Pfefferminzöl (in Kapselform) oder Extrakte aus Melissenblättern.
  • Durchfallhemmende Medikamente, auch pflanzliche Vertreter z. B. aus Myrrhe.
  • Gegen Verstopfung helfen Flohsamen, Flohsamenschalenpulver oder Leinsamen (jeweils mit reichlich Wasser!).

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Gut für die Darmflora

So unterstützt du deine Darmflora auf Dauer

Deine Ernährung beeinflusst eine geschädigte Darmflora (Mikrobiom), sie kann Beschwerden auslösen oder verhindern. Daher solltest du deine Ernährungsgewohnheiten beobachten und umstellen:

  • Fettreiche, scharfe, sehr süße oder salzige Gerichte meiden.
  • Auf Fertigprodukte, verarbeitete Lebensmittel (wie Wurst, Speiseeis, Kuchen, Suppen etc.) und viele Light-Produkte möglichst verzichten, sie enthalten Emulgatoren, die negativ auf dem Darm wirken.
  • Zwei Liter stilles Wasser oder Kräutertee pro Tag trinken.
  • Probiotika essen (in Joghurt, Kefir, Buttermilch oder Sauerkraut).
  • Emmer oder Dinkel ausprobieren: Die alten Getreidesorten werden oft gut vertragen.
  • Rohkost und Fruchtzucker (in Lebensmitteln und Obst) reduzieren, vor allem nicht morgens auf leeren Magen essen.

Was ist die FODMAP-Diät?

Manche Patienten haben aktuell gute Erfahrungen mit der FODMAP-Diät gemacht. Bei ihr werden viele Lebensmittel weggelassen, die schwer verdauliche Substanzen enthalten. Wichtig: Du solltest diese Diät nur mit einem Arzt oder Ernährungsberater und zeitlich begrenzt durchführen. Sonst droht eine Mangelernährung.

Entschleunige deinen Lebensstil

Da Stress und psychische Belastungen ebenfalls Reizdarmsymptome auslösen oder verstärken, lohnt es sich, auch hier seinen Lebensstil anzupassen:

  • Versuche Struktur in den Alltag zu bringen (wichtig: regelmäßige Mahlzeiten).
  • Schaffe jeden Tag genug Ruhephasen.
  • Walking, Aerobic oder Fahrradfahren fördern Lebensqualität und Wohlbefinden. Es gilt: Je mehr Bewegung, desto weniger Beschwerden.
  • Suche dir bei Depression oder Ängsten professionelle Hilfe.

Bleib konsequent

Hat sich eine Besserung auf bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten eingestellt, solltest du nicht damit aufhören, wenn es dir einmal ein paar Monate besser geht. Durchhalten lohnt sich!

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